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Angst

Angsterkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Leiden, wobei sich das generalisierte Angstsyndrom hinter einer Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome versteckt und häufig im Zusammenhang mit einer Depression auftritt.

Angst wird zur Krankheit, wenn sie unangemessen stark ist, zu oft und zu lange auftritt, und mit Kontrollverlusten (z.B. Panikattacken) oder Zwangshandlungen (z.B. Waschzwang) verbunden ist, starkes Leid verursacht und dazu führt, dass man den Auslösern aus dem Weg geht oder sie durch Medikamenten-/Drogen- bzw. Alkoholkonsum zu unterdrücken sucht.

Angst hat viele Gesichter und viele Namen. Am weitesten verbreitet sind Phobien,  Ängste vor Hunden, Spinnen (Arachnophobie), freien Plätzen (Agoraphobie), engen Räumen (Klaustrophobie), Menschen (soziale Phobie), vor dem Fliegen,  Sucht- und Zwangshandlungserkrankungen, Panikstörungen (Panikattacke = Angst vor der Angst, die man fühlt oder von der man befürchtet, dass sie gleich ausbrechen könnte).

Wie entsteht  Angst?
Die Seele des Menschen ist als substantiell ätherisches Leibmenschwesen der innere Mensch im Menschen. Sie ist in eine völlige Freischwebe zwischen Geist (Gott) und Materie (Welt) gestellt und je nachdem, wohin sie ihren Willen und ihre Liebe ausrichtet, kann sie sich vollkommen in die Materie vergraben, oder aber sie kann sich ins Geistige erheben, wodurch sie zu ihrer  Lebensvollendung und Freiheit gelangt. Ihr innerer Führer ist ihr Gewissen, über das sie Gutes von Schlechtem, Wahres von Falschen unterscheiden lernt. Lässt sie sich von den Reizen der Welt beeinflussen und richtet sie ihre Liebe und ihr Wollen danach aus, so entfernt sie sich von Gott und ihrer Lebensbestimmung, kerkert sich selbst in die Materie ein. Da aber in der Materie selbst kein Leben ist, befällt sie hierbei das Gefühl der Vernichtung und dieses Gefühl ist dann die Angst, die den Menschen schwach und unfähig macht.

Angst ist Trennung von Gott
Wie wir vorstehend gesehen haben, bedeutet Angst Gott fern zu sein, und so findet letztendlich jedes Empfinden von Angst seinen Ursprung in einer zerbrochenen Beziehung zu Gott, und das seit Urbeginn der Menschheit an, als sich Adam durch seinen Ungehorsam von Gott entfernte, da er sich nicht an Gottes Gebot hielt. Und wie in Adam aus dem Bewusstsein seiner eigenen Schwäche und Ohnmacht und seinem Handeln wider Gottes Willen Angst entstand, so entsteht auch in uns Angst, wenn wir entgegen der Stimme unseres Gewissens handeln und uns unserer eigenen Ohnmacht und Schwäche bewusst werden.

Sehen wir uns im Nachfolgenden einige Probleme an, die aus Angst und einer zerbrochenen Beziehung zu Gott entstehen können:

Schuld
Aus unrechtem oder als unrecht empfundenem Handeln entsteht ein Schuldgefühl, aufgrund dessen man sich schämt und versteckt. Man kann sich selbst und Gott nicht mehr in die Augen schauen, wodurch die Kommunikation und damit die Gemeinschaft mit Gott unterbrochen wird.
Wer unaufgelöste Schuld mit sich herumträgt, versucht sie zuzudecken und durch besondere oder besonders viel Leistung wieder gut zu machen, will sich damit seine Vergebung, Annahme und Akzeptanz „verdienen“.

Verdammnis
Schuld oder vermeintliche Schuld auf sich geladen zu haben, abgelehnt sein oder sich abgelehnt fühlen, führt zur Selbstanklage, dem Gefühl verurteilt zu sein. Damit verdammt man sich jedoch selbst, wird zu seinem eigenen Richter, denn das Selbsturteil ist viel härter als das von Gott oder anderen Menschen.

Unsicherheit
Unsicherheit entsteht wenn man meint, den Anforderungen Anderer nicht entsprechen zu können.

Liebe und damit Geborgenheit gibt es in einer Beziehung nur, wenn Geben und Empfangen im Einklang stehen, wo nicht die ausschließliche Befriedigung des Ego, das Herrschen und Besitzen wollen des Anderen im Vordergrund steht, sondern der Andere in Liebe angenommen und auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Unstimmigkeiten, einem Zerbrechen der Beziehung, es entwickelt sich Unsicherheit und Angst.

Ablehnung
Wer in seinen Gefühlen verletzt wurde, sich nicht geliebt und angenommen fühlt, abgelehnt wird, zieht sich zurück, woraus Einsamkeit entsteht. Aus Angst vor weiterer Verletzung und Ablehnung errichtet er eine Mauer der Isolation, damit niemand  ihm zu nahe kommt.

Verlorensein
Wer einsam ist, fühlt sich verloren. Es entwickelt sich die Angst vor dem Alleinsein.


             „Die Angst ist ein Netz, das uns der Böse überwirft, damit wir uns verstricken und zu Fall kommen.“
                                                                                                                             (Dietrich Bonhoeffer)


Angst ist die Furcht nicht geliebt zu sein.
Letztendlich entspringt eine jede Angst der Furcht, nicht geliebt zu sein. Diese Urangst birgt ein jeder schon seit seiner Geburt in sich, sieht sie seitens seines Umfeldes immer wieder auf die mannigfaltigste Art bestätigt, was vielfach zum Zerbrechen von Beziehungen führt.

Angst führt dazu, sich einsam, verloren zu fühlen.
Das Gefühl der Einsamkeit kennt jeder. Wenn wir es als ein aus der Trennung von Gott herrührendes annehmen, entwickelt sich daraus keine Angst vor dem Alleinsein mehr, sondern kann als Ansporn zur (vermehrten) Hinwendung zu Gott und der eigenen Vervollkommnung dienen.

Der Umgang mit der Angst
Egal, unter welcher Angst man leidet, sie lässt sich nicht hinweg argumentieren, solange die eigentliche Ursache dafür nicht gelöst ist. Ängste, die nicht angeschaut, unter Kontrolle gebracht und aufgelöst werden, führen oftmals zu seelischen und körperlichen - psychosomatischen - Krankheiten. Sie können sich zu Phobien steigern, z.B. die Angst, nicht rein genug zu sein, kann zur Putzsucht, die Angst zu dick zu werden, zur Magersucht etc. führen. Manch einer versucht auch seiner Angst zu entfliehen, indem er Zuflucht zu beruhigenden Mitteln nimmt, wobei sich dadurch häufig das Rad der Sucht zu drehen anfängt.

Angst ist nicht von Gott gegeben und auch nicht von Ihm gewollt, sondern ein Würgegriff Satans. Er kann damit Macht auf diejenigen ausüben, die eingeschüchtert und schwach sind, sie auf falsche Bahnen lenken.

Eine jede neue Enttäuschung und Verletzung, der Verlust des Selbstwertgefühls, verursacht oftmals Angst sich erneut auf die Liebe einzulassen, man redet sich ein, man brauche keine Liebe und verfällt somit dem Stolz und Hochmut, was wiederum zu einer Trennung von Gott, der Liebe Selbst, führt.

Bedenkt man, dass letztendlich der Ursprung aller Ängste in  einer gestörten Beziehung zu Gott liegt, so kann man sie durch ein Wiederherstellen dieser Beziehung auflösen. Angst bringt uns fern von Gott, und wir werden so lange in der Gefangenschaft der Angst verbleiben bis wir uns auf den Weg zu unserer göttlichen Bestimmung, der Heimkehr zu Gott, und damit ewigen Lebensfreiheit, auf den Weg machen.

Wer sich glaubensvoll Gott zuwendet, vertrauensvoll seine Ängste in Seine Hände legt, darf erfahren, wie sich seine Ängste darin auflösen, kann Liebe spüren und an Andere weitergeben. Herrscht jedoch die Angst vor, so werden die durch sie geschlagenen seelischen Wunden größer und führen, wenn sie nicht bearbeitet werden, zu seelischer Starre, da derjenige, der keine Gefühle mehr senden und annehmen kann innerlich erstarrt. Er wird dann unbelehrbar, in sich selbst gefangen im eigenen geschaffenen Kerker der Angst.

Auflösung der Angst
Es gibt verschiedene Ängste, die uns quälen. Neben der Angst, die aus einem eigenwilligen Abwenden von Gott stammt, sind es auch Ängste, die wir als Erbmasse in Form von Veranlagungen von unseren Eltern und Ahnen ererbt haben, andere wiederum stammen aus Erziehung und Kindheitserlebnissen sowie prägenden Erlebnissen und Erfahrungen, die diese Ängste noch verstärkten.
Besonders Ängste, die aus in der Kindheit gemachten Erfahrungen herstammen, brachten oftmals den Schluss nahe, ‚die Eltern/Gott lieben mich nicht, weil ich ihren/seinen Anforderungen nicht genügte bzw. liebten mich nur, wenn…‘, was an die Stellung von Bedingungen geknüpft wurde.
Hier hießt es umdenken zu lernen: Gott liebt uns wie wir sind. Bedingungslos. Immer. Er wartet auf uns. Es liegt an uns, ob wir uns von Ihm abwenden oder zu Ihm hingehen.

Angst blockiert und verhindert, sich zu öffnen, Vertrauen zu haben, denn wer Angst hat, zieht sich zurück, verschließt sich. Lieben heißt, sich öffnen, Vertrauen haben. Liebe löst die Angst auf. Gott ist die Liebe Selbst. Wer sich an Ihn wendet, sein Leben nach Seiner göttlichen Ordnung durch Befolgung der uns gegebenen Gebote ausrichtet, kann sich in das Geistige emporschwingen und befreit sich damit von den Fesseln der Materie und somit auch von all seiner Angst. Da dies jedoch nicht von jetzt auf nachher geschieht, sondern wie alles einem Entwicklungsprozess unterliegt, ist es notwendig eine Methode zu entwickeln, aufgrund derer man Herr über die im Augenblick vorherrschenden Angst werden kann.

Um generell unsere Ängste zu überwinden lernen, können wir uns jederzeit an Gott wenden und Ihn nach dem Ursprung fragen. Im Allgemeinen gilt, je präziser wir unsere Fragen formulieren, desto genauere Antworten erhalten wir. Sie können uns ins Herz gelegt werden oder durch unser Umfeld vermittelt werden. Wenn wir dabei achtsam auf alle uns begegnenden Dinge sind, so wird es mit ein wenig Übung gelingen, die Antwort zu erkennen.
Wenn einen das Gefühl einer undefinierbaren Angst beschleicht, ist es empfehlenswert, sich sofort mit Gott zu verbinden und Ihn zu bitten, den Grund bzw. ihre Ursache zu erkennen zu geben. Auch wenn die Antwort nicht prompt erscheint oder man in der Angstsituation zu verschlossen und aus diesem Grund unfähig zur Aufnahme der Antwort ist, sollte man im Bitten um eine Antwort nicht nachlassen und auf die einem begegnenden Gegebenheiten zu achten.
Wer in eine akute Angstsituation kommt, sollte sich sofort vertrauensvoll an Gott wenden, sich mit Ihm verbinden, Ihn um Wegnahme bitten. Ist es eine Situation, in der nicht sofort gehandelt werden muss, Ihn fragen „Warum habe ich jetzt Angst?“ und sich von Ihm leiten und die Angst zeigen lassen.
Handelt es sich um eine Angstsituation, in der ein sofortiges Handeln erforderlich ist, ist es das Beste, sich in die Liebe Gottes fallen zu lassen und ganz auf Ihn zu vertrauen. Dadurch löst sich die Hemmung, die Angst verschwindet.
Hilfreich ist auch, sich immer wieder sein eigenes Verhalten und seine Handlungen anzusehen, sich zu prüfen, in oder vor welchen Situationen fürchte ich mich und nach den Gründen zu forschen. Ist die Ursache der Angst erkannt, kann sie Gott zur Auflösung übergeben werden. Ist man seine Angst los, so sollte man aber auch weiterhin sehr aufmerksam auf sich achten um nicht wieder in alte angstauslösende Verhaltensmuster hineinzufallen. Auch sollte man nicht in Selbstmitleid versinken, denn dies verhindert das Loslassen alter Dinge und hemmt am Weiterschreiten. Sorgfältig sollte darauf geachtet werden, dass man keine Angst davor hat, dass die Angst wiederkommt, denn damit ist sie schon entstanden.

Angst ist das Werkzeug des Teufels. Mit ihr will er nicht nur unser Selbstwertgefühl und damit das Vertrauen in uns selbst, sondern auch unser Vertrauen zu Gott zerstören. Es ist daher wichtig zu überwinden lernen was die Angst auslöst, denn die Angst hindert uns, uns selbst anzusehen, uns zu finden, zu Gott zu gehen. Wir sollten uns stets bewusst sein, dass Gott die Liebe Selbst ist und wir mit allem, was uns bedrückt und belastet, vertrauensvoll zu Ihm kommen dürfen.

Angst ist Gottesferne, Liebe und Vergebung lösen sie auf. Wir sollten lernen, Gottes Hand in allem zu sehen, auch in der Angst - als einen Aufruf, in Seine Liebe zu kommen.



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