Anzeichen von Drogeneinnahme, Drogennotfall - was tun? - Christlich-psychologische Beratung

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Anzeichen von Drogeneinnahme und Hilfe im Notfall


Wie kann ich erkennen ob jemand Drogen nimmt?

Im Nachfolgenden sind einige Merkmale aufgezählt, die auf einen Drogenkonsum hinweisen können, jedoch nicht unbedingt müssen, denn auch Auswirkungen bestimmter Medikamente oder Krankheiten können gleiche Symptome aufweisen.

Am ehesten lässt sich ein Drogenkonsum durch einen Drogentest nachweisen, hierfür eignet sich z.B. der Wischtest „Drugwipe II". Er identifiziert Amphetamine, Cannabis, Ecstasy, Kokain und Opiate.

Der LKS Multi-6 Drogentest ist eine Testkarte für Urinproben zu Amphetaminen (AMP), Benzodiazepinen (BZO), Cannabis (THC), Heroin (MOR), Kokain (COC, Methamphetamin (MET), Morphine, Opiate, Tetrahydrocannabinol.

Auch mit Blut- und Haartests lässt sich die Drogeneinnahme nachweisen.

Alle zum Drogennachweis notwendigen Tests sind im Handel erhältlich.

Einige mögliche Merkmale von Drogenkonsum:
  • stark veränderte Pupillen: von groß (bei Ecstasy sind sie fast tellergroß, man kann von der Iris kaum noch etwas sehen) bis zu stecknadelkopfklein (Heroin), unnatürlicher Glanz
  • gerötete Augen
  • verändertes Ausdrucksverhalten (Mimik, Gestik bis hin zu: Person ist gewissermaßen nicht sie selbst)
  • Anschein wie „unter Strom zu stehen", „platzt gleich vor Energie"
  • Übelkeit, Zittern, Schwindel, Herzrasen
  • Händezittern, Muskelzuckungen, Krämpfe
  • Kieferbewegungen (Herumbeißen auf der Wange, Zähneknirschen), Kieferkrämpfe
  • kalte Schweißausbrüche
  • Hyperaktivität
  • verminderter Antrieb, Passivität, Apathie, Lethargie (keine Reaktion auf Angesprochen werden)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Konzentrationsschwäche; Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit: erhöhte Ablenkbarkeit, abnorme Reizoffenheit
  • Unfähigkeit, klare Gedanken zu fassen
  • Denkstörungen; bruchstückhaftes Denken, Herabsetzung der gedanklichen Speicherungsfähigkeit,
  • Verlust der Erlebniskontinuität und Ordnung nach assoziativen Gesichtspunkten, ideenflüchtiges Denken
  • Gedächtnis- und Erinnerungsstörungen
  • Führen von abgerissenen Gesprächen oder Einfügen von unzusammenhängendem Sinnwortschatz
  • Vergesslichkeit
  • Störungen im Kurzzeitgedächtnis
  • Filmrisse
  • gestörte Wahrnehmung
  • Hyperaktivität und Unruhe
  • Wechsel zwischen passiver Ruhe und nervöser Rastlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • schwankende Stimmungslagen
  • rasch wechselnde Verhaltensveränderungen (man könnte sagen, die Person ist zeitweilig nicht sie selbst)
  • Euphorie, d.h. Glücksgefühl und Offenheit (allermeist zu offen!)
  • Hemmungslosigkeit
  • Depressionen
  • häufiger Interessenwechsel
  • Aufgabe bisheriger Interessen bis zur Teilnahmslosigkeit
  • Aggressivität, Wutausbrüche
  • Rückzug in die „eigene Welt" und in eine totale Isolation
  • starres Umherblicken irgendwo ins Leere
  • pathologische Wahrnehmungsstörungen: Illusionen, abnorme Verknüpfungen
  • Halluzinationen

Mögliche Symptome vom Herunterkommen nach einem Trip:
  • Gereiztheit
  • extreme Unruhe und Nervosität
  • Zitteranfälle
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Schweißausbrüche
  • dunkle Augenringe
  • „Tunnelblick"
  • aschfahle Haut
  • totale Abgeschlagenheit
  • Motivationslosigkeit
  • Depressionen
  • Weinkrämpfe
  • „Restless-Leg-Syndrom" (Empfinden eines ekelhaften Gefühls in den Füßen, daher ständiges Wackeln mit ihnen)

Mögliche Wirkungen bei chronischem Konsum:
  • Abhängigkeits- und Entzugssymptome: innere Leere, Freud- und Antriebslosigkeit
  • amotivationales Syndrom (nach regelmäßigem Konsum auftretende Antriebsstörung)
  • Teilnahmslosigkeit
  • Mangel an sozialem Interesse, Störungen des Gedächtnisses (besonders des Kurzzeitgedächtnisses)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Wesensveränderungen
  • Psychosen (psychische Störungen mit tiefgreifendem Wandel der Realitätswahrnehmung, z.B. als akustische und optische Halluzinationen, des Denkens und des Erlebens, z.B. als Verfolgungswahn)

Weitere Merkmale für Drogenkonsum unter „Drogen und ihre Auswirkungen“.


Was tun bei einem Drogennotfall?

Im Notfall sofort die Tel.-Nr. 19222 anrufen.
Damit wird der Notarzt gerufen. Er unterliegt der Schweigepflicht.
(Diese Nummer gilt nur für Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Vom Handy aus muss die örtliche Vorwahl gewählt werden.)

Für alle Bundesländer gilt die Tel.-Nr. 112.


Wichtige grundsätzliche Verhaltensregeln bei Vorliegen eines Notfalls:
  • Personen, die durch Drogenkonsum in eine hilflose Lage gekommen sind, niemals allein lassen. Je nach Konsumverhalten verfügen Drogenkonsumenten oft über einen sehr mangelhaften Gesundheitszustand, leiden an nicht behandelten Nebenerkrankungen und an Unterernährung. Dies kann eine Notfallsituation noch weiter dramatisieren.
  • Versuchen, die Person wachzuhalten.
  • Keine Ursachenforschung betreiben, sondern sich an den Symptomen orientieren.
  • Für Ruhe sorgen.

Im Nachfolgenden sind ein paar der häufigsten Notfallsituationen und der Umgang mit ihnen beschrieben:

Überhitzung (Dehydrierung)
Ursachen: Unter der Ecstasy-Einwirkung ist der Körper nur eingeschränkt fähig, die Körpertemperatur zu regulieren und kann keine Warnsignale wie Erschöpfung und Durst senden. Eine Überhitzung kann tödlich enden.
Symptome: Hochroter und heißer Kopf, Hauterwärmung, schneller Puls, Übelkeit.
Hilfe:
  • Sich in einen ausreichend belüfteten und eher kühleren Raum begeben.
  • Die betroffene Person soll sich hinsetzen.
  • Wasser, Vitamingetränke verabreichen.

Horrortrip
Ursachen: Angstzustände können durch den Konsum von LSD, psychoaktiven Pilzen, Meskalin oder in Ausnahmefällen auch durch Haschisch ausgelöst werden. Es muss sich dabei keinesfalls um eine Überdosierung handeln.
Symptome: Panikzustände mit Tendenz zur Selbstgefährdung, paranoide Wahrnehmungsstörungen, Konfrontation mit bedrohlichen Themen: Tod, Verfolgung, Qual, Gefahr von lebensgefährlichen Panikreaktionen.
Hilfe:
  • Körperkontakt halten und beruhigend einreden.
  • Darauf hinweisen, dass der unangenehme Zustand auf Drogenkonsum zurückzuführen ist und bald vorbei sein wird.
  • Zuckerhaltige Getränke verabreichen.
  • Wenn möglich, den Verängstigten in eine vertraute Umgebung bringen. Sind vertraute Personen anwesend?
  • Fremdgefährdung oder Selbstgefährdung sollte prophylaktisch ausgeschlossen werden.
  • Lärm und helles Licht vermeiden.

Krampfanfall (epileptischer Anfall)
Ursache: Für das Auftreten von Krampfanfällen kann es verschiedene Ursachen geben. Neben Kopfverletzungen und Hirnhaut-entzündungen treten sie vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von verschiedenen Drogen auf. So können die Wirkung von Benzo-diazepinen in Verbindung mit Barbituraten, jedoch auch Speed, Ecstasy und Kokain die Ursache sein. Bei einem epileptischen Anfall verkrampft sich die Muskulatur.
Symptome: Arme, Beine und Kopf können unwillkürlich zucken, Augen rollen nach oben, das Gesicht und die Hände verkrampfen sich, die Person kann plötzlich umfallen, die Person kann Schaum vor dem Mund haben.
Hilfe:
  • Notarzt rufen!
  • Nicht versuchen, die Person mit Gewalt festzuhalten. Bei Krampfanfällen werden ungeheure Kräfte entfacht.
  • Gegenstände aus dem Weg räumen, an der sich die Person verletzen könnte.
  • Wenn möglich die Person sanft hinlegen und ein Kissen unter dem Kopf legen - nach dem Krampfanfall die Person in stabile Seitenlage bringen
  • Bei Personen, die Schlaf- und Beruhigungsmittel konsumieren, kann der Krampfanfall lange andauern und es kann zu mehreren Krampfanfällen hintereinander kommen. Der Verlauf eines Krampfanfalls ist nicht von Beginn an abzusehen.
  • Nach dem Krampfanfall kann die Person bewusstlos sein. Es ist auf die Atmung zu achten.

Atemstillstand
Ursachen: Überdosis durch zentral dämpfende Substanzen: Opiate, Schlaf- und Beruhigungsmittel und Alkohol.
Symptome: Bei einem Stillstand des Kreislaufs hört der Mensch auf zu atmen. Nach 20-30 Sekunden kommt es zur sogenannten Schnappatmung und die Lippen verfärben sich blau (später auch die Ohren und die Fingerkuppen). Schon nach wenigen Minuten können irreparable Hirnschäden eintreten. Wenn keine Beatmung erfolgt, führt der Atemstillstand zum Tod. Die betreffende Person atmet nicht mehr oder nur selten. Der Brustkorb bewegt sich nicht. Vor Mund und Nase ist kein Luftzug zu spüren. Eine Verflachung der Atmung stellt eine ernste Situation dar.
Hilfe:
  • Auf jeden Fall einen Notarzt rufen.
  • Die Person flach auf den Boden legen und den Kopf im Nacken maximal überstrecken, den Mund öffnen und gegebenenfalls den Mund- und Rachenbereich von Erbrochenem freimachen.
  • Eventuell die Kleidung lockern (Kragen und Gürtel).
  • Bei einem Atemstillstand ist eine schnelle Beatmung erforderlich. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte jemand die Person Mund-zu-Mund beatmen (alternativ: Mund-zu-Nase).

Aufgrund der langen Halbwertszeit von zentral dämpfenden Substanzen kann eine Person auch nach einer erfolgreichen Wieder-belebung erneut in Ohnmacht fallen und sollte deshalb weiter beobachtet werden.

Herzstillstand
Ursachen: Überdosis durch zentral dämpfende Substanzen: Opiate, Schlaf- und Beruhigungsmittel und Alkohol.
Symptome: Die Person hat keinen oder kaum noch Pulsschlag, der seitlich am Hals ertastet werden kann. Indem man den Kopf auf die Brust legt, kann man überprüfen, ob noch Herztöne zu hören sind. Ein Herzstillstand geht immer mit einem Atemstillstand nach vorhergehender Schnappatmung einher. Hört das Herz auf zu schlagen, treten unmittelbar Organschäden auf, die zum Tod führen, wenn keine schnelle Hilfe erfolgt.
Hilfe:
  • Auf jeden Fall einen Notarzt rufen!
  • Bis der Notarzt eintrifft, sollte jemand eine äußere Herzmassage und Beatmung durchführen.
  • Aufgrund der langen Halbwertszeit von zentral dämpfenden Substanzen kann eine Person auch nach einer erfolgreichen Wiederbelebung erneut in Ohnmacht fallen und sollte deshalb weiter beobachtet werden.

Shake
Ursachen: "Shakes" werden nach einer intravenösen Injektion durch Verunreinigungen und Streckmittel ausgelöst und sind als allergische Reaktion des Körpers anzusehen.
Symptome: Zittern am ganzen Körper, Schweißausbrüche und starkes Kältegefühl wechseln sich ab, Kopfschmerzen, Übelkeit.
Hilfe:
  • Es sollte versucht werden, die Person zu beruhigen.
  • Der Person eine Decke und etwas warmes zu Trinken anbieten (keinen Schwarztee oder Kaffee, da diese die Unruhe steigern).

Fremdaggression
Ursachen: Erregungszustände und aggressive Zustände können vor allem durch den Konsum von Aufputschmitteln (z.B. Yabaa, "Thaipille"), Crack/Freebase und Halluzinogenen, aber in Abhängigkeit von der Grundstimmung auch von vielen anderen Substanzen ausgelöst werden.
Symptome: Anspannung, bedrohliches Auftreten, Unruhe, Schreien, hektisches Herumlaufen, Ausübung körperlicher Gewalt, evtl. Einsatz von Waffen.
Hilfe:
  • Keine provozierenden oder abwertenden Äußerungen machen, wenn noch möglich: beruhigend einwirken.
  • Auf jeden Fall für die eigene Sicherheit sorgen, Abstand halten. Ggf. Rückzug und Gefahrenbereich verlassen.
  • Keine Eskalation der Situation durch voreilige oder wenig aussichtsreiche eigene Maßnahmen.
  • Hilfe holen, wenn notwendig: Polizei einschalten.



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