Das innere Kind - Chrisitlich-psychologische Beratung - Christlich-psychologische Beratung

Psychologische Beratung
Christlich orientierte Lebensberatung
Persönlichkeitsentwicklung und spirituelles Wachstum
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Themen
Das innere Kind

Das innere Kind
Als inneres Kind wird der Persönlichkeitsanteil eines Menschen verstanden, in dem die Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der Kindheit gespeichert sind. Werden in der Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht bzw. Traumata erlebt, so kann es vorkommen, dass sich dieser Persönlichkeitsanteil nicht frei entfaltet. Meistens geschieht dies bei Menschen, die als Kind wenig Liebe und Anerkennung erfahren haben und oftmals durch Missachtung, Liebesentzug, Entwertung und Verlassenwerden in ihren Gefühlen verletzt wurden, was zu Minderwertigkeitsgefühlen bzw. Verlust des Selbstwertgefühls führte.
Oftmals geschieht es auch, dass ein Kind, das ein Trauma oder wiederholende Traumatisierungen erlebt, einen Teil seiner Persönlichkeit während oder nach dem Geschehen abspaltet, da es die damit zusammenhängenden Gefühle und Schmerzen nicht erträgt. Das kann dann zur Folge haben, dass es sich nicht an die traumatisierenden Ereignisse erinnern kann weil es gelernt hat, einen gewissen Teil seiner Persönlichkeit wegzuschieben um bestimmte Gefühle nicht mehr fühlen zu müssen. Da bei diesem Vorgehen jedoch nicht nur der Zugang zu den schlimmen sondern auch positiven Gefühlen versperrt wird, entsteht daraus ein allgemeines Leere- oder auch Einsamkeitsgefühl, Angst vor dem Alleinsein, Zurückweisung und Verlassenwerden, und das Kind empfindet sich als schlecht und nicht liebenswert.

Ist die Kindheit sehr unglücklich verlaufen, so herrscht im Erwachsenenalter möglicherweise ein unangemessen großes Bedürfnis nach Zuwendung vor, der Betroffene ist überaus kränkbar und verletzbar, da bereits bei wenig Kritik alte Kindheitsverletzungen berührt werden. Auch besteht eine sehr große Angst vor Zurückweisung und Strafe, was zu Verlustängsten und einem sehr angepassten Verhalten führt. Das nunmehr erwachsen gewordene Kind fühlt sich aufgrund des fehlenden Selbstwertgefühls für nicht wert glücklich zu sein, oder das eigene Glück wird von Anderen abhängig gemacht. Angst beherrscht das Leben, die Gefühle von Liebe und Schmerz werden weggeschoben. Aus Angst vor erneuten Verletzungen können Veränderungen nur sehr schwer oder überhaupt nicht vorgenommen werden, da man lieber bei dem bleiben möchte, was man kennt.


Die Arbeit mit dem inneren Kind
Bei der Arbeit mit dem inneren Kind geht es darum, eine liebevolle Verbindung zwischen dem inneren Kind, demnach dem in der Kindheit verletzten Persönlichkeitsanteil, und dem nun Erwachsenen herzustellen und Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen. Hierzu ist es notwendig anzusehen, zu akzeptieren und aufzulösen, was an schlechten und traumatischen Erfahrungen in der Kindheit geschehen ist, aufgrund dessen sich das innere Kind in einen geschützten Raum zurückzog und sich in mancherlei Hinsicht entweder gar nicht oder wenig weiterentwickelte bzw. aufgrund der gemachten Erfahrungen seine Entwicklung eine Richtung nahm, die später zu Fehlverhalten oder Krankheit führten.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit am inneren Kind ist Entschlossenheit, das in seinen Gefühlen verletzte innere Kind zu heilen und erwachsen werden lassen zu wollen. Wird diese Grundhaltung umgesetzt, kann der Heilungsprozess beginnen und das Leben positiv verändert werden. Anstelle anerzogener bzw. aus schlechten Erfahrungen und Traumata entwickelter Glaubensmuster, die die Persönlichkeit in ihrem Handeln beherrschen, können falsche Glaubensmuster beseitigt und bessere gefunden werden, neue Wahrheiten zu heilenden Kräften werden.

Um den Zugang zum inneren Kind, damit aufzulösenden Ereignissen aus der Kindheit zu finden ist es ratsam, immer wieder Photos von sich aus der Kindheit anzusehen und mit sich als damaligem Kind Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu kommunizieren, es z.B. fragen, „warum siehst du hier so traurig aus?“, dabei ein oder mehrere einen auf eine besondere Art berührende Bilder herauszusuchen und sich an einen Platz zu legen oder aufzuhängen, wo immer wieder der Blick darauf gerichtet wird. Auch wenn anfangs keinerlei Erinnerungen hochkommen, so verhelfen dennoch ein fester Wille und stetes Bemühen zum Ziel. Wenn dann die ersten ‚Erinnerungsfetzen‘ ins Bewusstsein dringen, sollten sie unbedingt aufgeschrieben werden, da sie anderenfalls nur allzu leicht und schnell wieder im Unterbewusstsein verschwinden. Man sollte sie auch immer wieder durchlesen und sich damit beschäftigen, da dadurch das zurückliegende Geschehen angesprochen wird und nach und nach - wie das Zusammensetzen eines Puzzles - zusammengetragen werden kann. Gleichdermaßen sollte man mit seinen Träumen verfahren, am besten ein Traumtagebuch führen. Und sich immer wieder mit ihnen beschäftigen, denn auch sie sind ein Hilfsmittel um Zugang zu sich selbst zu finden.

Auch sollten Affirmationen eingesetzt werden, um einen Zugang zu seinem inneren Kind zu finden und für sich selbst das Selbstwertgefühl zu steigern. Nachfolgend ein paar Beispiele, die sich ein jeder aber auch auf seine Situation ausgerichtet selbst gestalten bzw. ergänzen mag:

Affirmationen zum "inneren Kind“:
- Ich nehme dich an, so wie du bst.
- Ich liebe dich, so wie du bist.
- Du brauchst keine Angst zu haben.
- Ich lasse deine Gefühle und Ängste zu, indem ich versuche, sie aus Distanz wahrzunehmen.
- Ich nehme deine Verwundbarkeit und deinen Schmerz an und verdränge sie nicht.
- Ich vermeide, dir gegenüber anklagend und beschuldigend zu sein.

Affirmationen für sich selbst:
- Ich übernehme für mein Leben die Verantwortung.
- Ich nehme an, was in meiner Kindheit geschehen ist.
- Ich will die Verletzungen aus meiner Kindheit heilen.
- Ich brauche keine Angst vor der Kindheit zu haben - es ist vorbei.
- Ich bin groß und stark genug, Vergangenes aufzulösen und für mich selbst zu sorgen.
- Ich bin bereit, alle meine Gefühle wahr- und anzunehmen.
- Ich bin selbst verantwortlich für mein Glück.
- Ich lasse Freude, Glück und Liebe zu.
- Ich darf auch traurig sein.
- Ich akzeptiere auch schmerzhafte Empfindungen. Sie gehören ebenfalls zu meinem Leben.
- Ich öffne mich für Veränderungen, für Neues in meinem Leben.
- Ich möchte mich selbst zum Ausdruck bringen und gebe meiner Kreativität Spielraum.

Aller Anfang ist schwierig. So auch, Zugang zu den tieferen und verdrängten Teilen seiner Persönlichkeit zu erlangen. Ausdauer aber lohnt sich. Denn die Übernahme der Verantwortung für sich selbst und sein Leben bringt Zufriedenheit und Unabhängigkeit, das eigene Leben wird nicht mehr von lauter Ängsten bestimmt und nach Anderen ausgerichtet, sondern findet Erfüllung in der Verwirklichung seiner selbst.







Copyright by christlich-psychologische-beratung.com 2017
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü