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Das zersplittete Selbst und Traumata


Dissoziation – das zersplitterte Selbst  

In eines jeden Leben kann es traumatisierende Erlebnisse geben. Oftmals sind es Kinder, die besonders gut und häufig sie belastende Ereignisse dissoziieren (abspalten), um sich vor unerträglichen Schmerzen und Angstgefühlen zu retten. Das reale Geschehen wird hinter eine amnestische („vergessende“) Mauer gebannt, d. h. es kommt zu einer Spaltung zwischen dem normalem Bewusstseinszustand und der Erinnerung an die traumatische Situation. Für den Moment ist dies zwar eine sehr hilfreiche Strategie, die sich jedoch in der Folge überaus schädlich auswirken kann: Das traumatische Erlebnis, an das entweder überhaupt keine oder nur eine oberflächliche Erinnerung besteht und in einem verschlossenen und abgespaltenen Persönlichkeitsbereich verwahrt ist, kann durch bestimmte Auslöser (Trigger) immer wieder urplötzlich ins Bewusstsein treten. Losgelöst von dem aktuellen Befinden wird dann die traumatische Erfahrung, Teile davon oder auch lediglich damit zusammenhängende, nun nicht zuordnungsbare, Gefühle wie z.B. der mit der Traumaerfahrung verbundene Schmerz, Angst, Ekel, Wut immer wieder durchlebt. Und da bei einer Dissoziation (Abspaltung) der zeitliche und räumliche Zusammenhang wie auch der Beziehungskontext zu der traumatischen Situation fehlt, werden die in das Bewusstsein gespülten Erinnerungsfetzen als bedrohlich empfunden. Wäre klar, dass es sich dabei um eine Erinnerung an ein vergangenes, abgeschlossenes Ereignis handelt, von dem keine Bedrohung mehr ausgeht, könnte der abgespaltene Persönlichkeitsanteil in die Gesamtpersönlichkeit integriert und die Erinnerung an das Erlebte als Vergangenes aufgelöst werden. Solange dies jedoch nicht geschieht, werden abgespaltene Traumainhalte immer wieder durch äußere und/oder innere Reize aktiviert und erinnern an das Trauma auslösende Ereignis.
Dissoziative Störungen können bereits durch ein einmaliges traumatisches Erlebnis ausgelöst werden. Wer bereits in seinen frühen Lebensjahren oder über einen längeren Zeitraum hinweg traumatisiert wurde, nutzt danach oftmals diese Schutzmöglichkeit auch bei weniger bedrohlichen Situationen im Leben, also auch da, wo es gar nicht notwendig wäre, was in der Folge noch zu einer Verschärfung des Problems führt.

Auch wenn die Dissoziation als ein wichtiger Schutzmechanismus in traumatischen Erlebnissen angesehen werden kann, so kann sie aber auch zu schwerwiegenden psychischen Problemen führen, die sich u.a. in posttraumatischen Symptomen äußern können. Dabei kann auf der einen Seite urplötzlich eine Überflutung aufdrängender Erinnerungsbilder und damit verbundener Gefühle stattfinden wie aber auch eine innere Abgestumpftheit oder Taubheit. Die Reaktion darauf kann sich dann sowohl in Kampf- wie auch Fluchttendenzen ausdrücken, mittels derer versucht wird, die Problemsituation zu meistern.  

Typische Merkmale posttraumatischer Belastungsstörungen können u.a. sein: wiederholtes Erleben des Traumas in Flashbacks oder Träumen, die entweder mit kaum erträglichen Gefühlen oder aber Abgestumpft- bis Betäubtheit einhergehen, Angst- und/oder Panikattacken, vegetative Überregtheit und übermäßige Schreckhaftigkeit, Aggressionsverhalten, Depressionen, Suizidgedanken.
Derartige Extrembelastungen lösen oftmals anhaltende Persönlichkeitsveränderungen aus, die sich u.a. in überempfindlichem Verhalten, Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Leere widerspiegeln, in einer feindlichen und misstrauischen Haltung der Welt gegenüber äußern, zu einem sozialen Rückzug führen.

Heilung und Genesung von erlebten Traumas kann nur erfolgen, wenn es gelingt, zunächst die abgespaltenen Erinnerungen wieder in die Gesamtpersönlichkeit zu integrieren, indem das traumatisierende Erlebnis in seiner Gesamtheit erinnert, gesehen und gefühlt wird. Ist dies geschehen, so kann es unter dem ‚Jetzt-Gesichtspunkt‘ aufgearbeitet und als Erinnerung losgelassen werden, wodurch Befreiung und Heilung erfolgt.  


4 Schritte zu Integrierung und Heilung erlebter Trauma

Die Auflösung erlebter Trauma umfasst mehrere Phasen, die meist aufeinander aufbauen und sich gleichzeitig ergänzen.

1. Stabilisierung
In der ersten, der sogenannten Stabilisierungsphase, wird zunächst versucht, die Fähigkeit zur Regulation von Gefühlen und inneren Spannungen wiederzuerlangen:
-  Erlernen von Selbstfürsorglichkeit und Fürsorglichkeit für andere, auch in Stresssituationen
-  Aufbau von Beziehungs- und Konfliktfähigkeit
- Aufbau einer sinnvollen und befriedigenden Alltagsstruktur
- Erlernen von Kontrolle in Situationen, in denen Angstgefühle zu überfluten drohen
- Erlernen von Techniken zur Bewältigung der Angst.

2. Phase der Distanzierung von Traumamaterial
Hier geht es darum, das Erlebte zu begreifen und Erinnerungslücken zu schließen.
Um die Kontrolle über beherrschende Bilder des Traumas zurückzuerlangen, sollten sie beim Auftauchen Jesus mit der Bitte übergeben werden, dass Er sie einem erklären und in die Heilung bringen möge. Wenn man dies immer wieder praktiziert und darauf achtet, was einem im täglichen Leben begegnet wird man feststellen können, dass Jesus einen mit Begebenheiten und Dingen in Kontakt bringt, die ein Schlüssel zum Verstehen sind.

3. Durcharbeitung – Traumaexposition –  
In dieser Phase erfolgt eine ganz bewusste Durcharbeitung des erlebten Traumas. Dabei werden die das Erlebnis betreffenden versprengt abgelegten Bilder, Gefühle, Gerüche und Überzeugungen in allen Einzelheiten vom Anfang bis zum Ende in einer sogenannten Traumaexposition zusammengetragen um sie dann in einem zusammenhängenden Film noch einmal wiederzuerleben und endgültig abzuschließen.

4. Integration
In dieser Phase geht es um die Akzeptanz und das Einordnung des Erlebten in die persönliche Lebensgeschichte und es als Erinnerung Vergangenheit werden zu lassen:
- angemessene Trauer über das Geschehene, ohne sich ein Selbstmitleidsproblem zu schaffen
- Integration des Geschehens als zum eigenen Leben dazugehörend
- Versuch, den Sinn und Lerneffekt des Erlebten zu erfassen
- Herausfinden, ob, ggf. was für das weitere Leben beibehalten, was verändert werden soll
- Aussöhnung mit der eigenen Vergangenheit und Loslassen des Geschehenen.




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