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Sucht

Sucht hängt sprachlich mit suchen zusammen. Alle Süchtigen suchen etwas, doch weil sie es nicht finden, versuchen sie, auf einer Ersatzebene Befriedigung zu erlangen. Sie versuchen ihren Hunger mit einem Ersatzziel zu stillen und werden doch nicht satt. Nun bemühen sie sich, den Hunger mit mehr und mehr derselben Ersatznahrung zu stillen und merken nicht, dass mit dem Essen der Hunger wächst. Sie sind süchtig geworden.
Demnach ist unter Sucht ein intensives oder zwanghaftes Verlangen nach einem ganz bestimmten Erlebniszustand zu verstehen, das sich bis hin zu einer Besessenheit steigern kann, indem das Ausüben bzw. Erleben der Sucht als eine Art Zwang oder Obsession (Manie) erfahren wird.

Grundsätzlich kann ein jeder Mensch süchtig werden, und da Sucht nicht auf eine ganz bestimmte Form beschränkt ist, kann jedes menschliches Verhalten zu einer Sucht führen, so z.B. hinsichtlich
  • Streben nach Geld, Macht, Ruhm, Erfolg, Besitz, Wissen, Vergnügen
  • Charaktereigenschaften wie Geltungssucht, Herrschsucht, Selbstsucht
  • Gefühle, die sich teilweise der willentlichen Beeinflussung widersetzen wie Tobsucht, Rachsucht, Eifersucht
  • Getrieben- und Ausgeliefertsein wie bei Nikotin-, Alkohol- und Drogensucht
  • stoffgebundene Süchte wie Ess-, Mager-, Spiel-, Kauf-, Sex-, Fernseh-, Internet-Sucht etc.

Jede Sucht nimmt den Entwicklungsgang Erfahrung - Wiederholung - Gewöhnung (Zwang/ Missbrauch), was ich an folgendem Beispiel verdeutlichen möchte: Aus Spielfreude wird Spiellust, daraus entwickelt sich ein Spielzwang, der sich zur Manie (fixen Idee, Besessenheit) steigert und als abnorme Zwangsneigung den Verstand und Körper attackiert, was sich z.B. in Schwäche, Zittern, Verstörtsein, Abmagern und Schlafstörungen kundgibt bis wieder von neuem gespielt wird, wobei beim Spielen selbst dann ein kraftgebender Energieschub zu verspüren ist.

Wenn man bei einer Sucht von Besessenheit spricht, kann man diese in zwei verschiedene Kategorien unterteilen. Einmal ist damit das Gefühl des Beherrschtwerdens durch bestimmte stoffgebundene Verhaltensweisen gemeint, was oftmals ausgedrückt wird mit „Verfallensein", „nicht mehr Herr seiner selbst sein", „nicht loskommen". Zum anderen kann bei einer Sucht das gewaltsame Eindringen eines unsauberen Geistes in eine Person mit der Folge ungewöhnlicher als negativ angesehener Erscheinungen sowohl für den Betroffenen wie auch sein soziales Umfeld geschehen. Dabei kommt es zu Veränderung des Verhaltens und im Aussehen, möglicherweise hin und wieder auch übermenschlicher Kräfte (z.B. nicht bändigungsfähige Tobsucht).

Ein bei einer Sucht in eine Person eingedrungener unsauberer Geist nimmt seine Nahrung (das ist die die Sucht ausmachende Begierde) aus ihr, saugt sie aus, lebt somit von der Energie, die durch seine Eigenschaft in der besetzen Person vorhanden ist. Beispiel: Ein Mensch, der öfters und gerne, und oftmals auch zu viel Alkohol trinkt, zieht durch das Anziehungsgesetz eine an Alkoholsucht verstorbene Person an, die aufgrund ihrer zu Lebzeiten vorhandenen Alkoholsucht nach ihrem Versterben erdgebunden bleibt, da ihre Seele zu schwer und finster ist, um im Jenseits in die höheren geistigen Sphären aufzusteigen. Weiterhin durstig und süchtig nach Alkohol findet sie im Jenseits keine Befriedigung und fühlt sich sonach zu noch lebenden Menschen hingezogen, die ebenfalls dem Alkohol fröhnen. Hat sie nun eine für sich geeignete, also dem Alkohol zugetane Person ausfindig gemacht, wird sie diese nunmehr ständig zum Alkoholkonsum beeinflussen suchen, um darüber ihre eigene Alkoholsucht befriedigen zu können. Gleich-zeitig wird sie sich ihrer stets mehr und mehr zu bemächtigen suchen, bis sie die Herrschaft und damit den Besitz über sie erlangt hat.

Heutzutage wird in Psychologie und Medizin nicht mehr von Sucht und Missbrauch gesprochen, sondern von körperlicher und psychischer Abhängigkeit, bei der folgende Abhängigkeitssyndrome beschrieben werden:
  • starkes Verlangen (Craving)
  • verminderte Kontrolle über sich selbst
  • körperliches Entzugssyndrom
  • Toleranzentwicklung: zu Erlangung des gleichen Zustandes wird immer mehr von der gleichen Droge bzw. Suchtmittel benötigt
  • Einengung auf den Substanzgebrauch mit Vernachlässigung anderer Interessen
  • anhaltender Substanzkonsum trotz eindeutig schädlicher Folgen: mit der Abhängigkeit sind im fortgeschrittenen Stadium ein persönlicher und sozialer Abbau und körperliche Schädigungen zu verzeichnen.

Mögliche Symptome bei Sucht als Besitzergreifung durch unreine Geister (Besessenheit):
  • niedriges Energieniveau
  • Charakterveränderungen, starke Stimmungsschwankungen
  • Hören von einer oder mehrerer Stimmen in sich
  • Missbrauch von Alkohol/Drogen
  • impulsives Verhalten
  • Gedächtnisprobleme, vor allem ‚Aussetzer' im Bewusstsein
  • Konzentrationsprobleme/Gedächtnisverlust
  • plötzliches Auftreten von Angst (z.B. Panikattacken) oder Depression
  • plötzliches Auftreten körperlicher Probleme ohne ersichtlichen Grund
  • paranoid-halluzinatorische Form der Schizophrenie, in der man das Bewusstsein von Dämonen gesteuert sieht,
  • Tourette-Syndrom mit seinen drastischen Erscheinungen. Hier haben sonst unauffällige Personen urplötzlich auffallende Tics und
  • können sehr obszön, beleidigend und entwertend werden.
  • Hysterie und hysterische Neurose, insbesondere in ihrem ausgeprägterem Bild, also mit Zuckungen, Krämpfen, möglicherweise
  • auch mit alternierender Persönlichkeit (Persönlichkeitswechsel oder -veränderungen).

Die anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft (AAI) München: „Die nüchternen anonymen Alkoholiker erklären uns, sie seien Opfer einer krankhaften Besessenheit, die so mächtig ist, dass kein noch so großer Aufwand an menschlicher Willenskraft sie brechen kann. Sie behaupten, eine Überwindung dieses Zwangs durch eigene Willenskraft sei ohne fremde Hilfe nicht möglich.“

Bei Drogenabhängigkeit lösen drogenassoziierte Reize durch Konditionierungsprozesse schnell Suchtdruck aus, der nur sehr schwer behoben werden kann, da hierbei gespeichert wird, was einem die Droge gebracht hat, wie man an Drogen kam oder den Drogen-konsum nicht mehr kontrollieren konnte.

Süchtige wehren sich oftmals, etwas gegen ihre Abhängigkeit zu unternehmen. Sie interpretieren ihre Sucht als ein zwanghaftes und nicht kontrollierbares Verlangen, sagen sich, sie seien - ohne Möglichkeit zu widerstehen - getrieben worden, Suchtmittel zu konsumieren.

Um nicht aktiv gegen die Sucht ankämpfen zu müssen erklären sie: „Ich kann nicht anders", „ich bin einfach getrieben".

Das macht eine Hilfestellung schwierig, da für sie der Krankheitsgewinn darin besteht, dass sie sich auf diese Art nicht mit ihren zentralen Konflikten, mit unangenehmen Emotionen und Belastungen oder mit Partnerschaftsproblemen auseinandersetzen müssen. Manche Süchtige haben auch einen sekundären Krankheitsgewinn, d.h. ihre Sucht hat für sie persönliche Vorteile wie vermehrte Aufmerksamkeit und Hilfe von ihrem sozialen Umfeld zu erhalten, was ein wirkliches Wollen, sich aus der Sucht zu befreien, erschwert bzw. manchmal sogar unmöglich macht (s.a. die Macht der Drogen).

Um erfolgreich gegen die Sucht anzugehen sind folgende Schritte notwendig:
  • Erkenntnis und das Zugeständnis, dass man süchtig ist, bzw. mit seinem Suchtmittelkonsum Probleme hat.
  • Ein angebrachtes Umgehen mit Risikosituationen und Rückfällen.
  • Selbstheilungskräfte entwickeln, d.h. die für sich am besten geeignete Bewältigungsstrategie und Lösungen seiner Probleme finden.
  • Wichtige Techniken sind dabei:
    - Selbstbeobachtung und Protokollierung von Emotionen, die zum Suchtmittel greifen lassen, in einem Tagebuch
    - Selbstkontrolle und Meidung von Situationen, die zum Griff nach dem Suchtmittel führen oder Einsatz von Entspannungsmaßnahmen zur Reduktion des Lustgefühls auf das Suchtmittel
    - Selbstinstruktion: Ruhig bleiben, nicht aggressiv werden
    - Selbstverstärkung: Selbstbelohnung, wenn erwünschtes Verhalten gelingt
    - Umgang mit eigenen Gefühlen lernen, Ärger und Zorn nicht mit Suchtmitteln runterschlucken bzw.  unterdrücken sondern diese Gefühle angemessen auszudrücken.

Auch wenn die körperliche Abhängigkeit vom Suchtmittel überwunden werden kann, besteht die Sucht nach dem durch die Droge erzielbaren Erlebniszustand weiterhin. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit einer längerfristig angelegten Entwöhnungshilfe, die gezielt auf die psychische Abhängigkeit eingeht und eine Neuorientierung bietet. Die durch den Drogenkonsum und das Sucht-verhalten erworbenen Verhaltensmuster müssen aufgelöst und verändert werden, damit die Betroffenen zu einer größeren Autonomie gelangen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen lernen.

Im Zustand der Abhängigkeit befriedigen die Süchtigen ihre Lebenssinnbedürfnisse hauptsächlich durch den destruktiven Sucht-mittelkonsum. Entscheiden sie sich für eine Abstinenz, fehlen dann die Sinnangebote des Suchtmittels, woraus zunächst ein sogenanntes „existentielles Vakuum" entsteht, so dass andere sinnstiftende Lebensfaktoren gefunden werden müssen, welche die Sinnangebote des Suchtmittelkonsums ersetzen und die entstandene Leere ausfüllen.


Sinn- und Wertfindung können im christlichen Glauben auf der Grundlage der Bibel gefunden werden.
Der christliche Glaube bietet tragfähige Antworten, die zu einem zufriedenen Leben führen. Aus dem Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott kann Kraft und Hoffnung für die Bewältigung des Alltags und eine Perspektive über den Tod hinaus geschöpft werden. Beziehungen, Arbeit und Freizeitgestaltung werden in einen übergeordneten Sinnzusammenhang integriert und machen das Leben lebenswert. Viele heute abstinent Lebende berichten, dass sie im christlichen Glauben einen Anker gefunden haben, der ganz wesentlich dazu beitrug, die Abhängigkeit zu überwinden. Der Weg dazu ist in den nachfolgenden „12 Schritten gegen meine Sucht“ erklärt.



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